Back to Overview

Gemeinsames Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren

Gemeinsames Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren

vom 08.11.2018

Die Evangelische Kulturstiftung Görlitz, die Evangelische Innenstadtgemeinde Görlitz, die Görlitzer Sammlungen und der Städtische Friedhof Görlitz laden vom 9. bis 11. November 2018 zum gemeinsamen Erinnern an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren ein. Im besonderen Blickpunkt steht die Görlitzer Nikolaikirche, welche 1924 bis 1926 zur Kriegergedächtnisstätte für die gefallenen Gemeindemitglieder der Evangelischen Kirche umgestaltet worden ist. Unter dem Motto „Erinnern für die Zukunft“ wollen die Veranstalter eine Auseinandersetzung zu Fragen unserer Gedächtniskultur anregen.

Freitag, 9. November, 16:00 Uhr

Die Görlitzer Nikolaikirche als Kriegergedächtnisstätte

Vortrag von Franziska Wilcken, M.A.

Die spätgotische Görlitzer Nikolaikirche birgt in ihrem Inneren einen Kirchenraum, der sieben Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges entstand. Mit dem Auftrag, dem Gedenken an die protestantischen Görlitzer Gefallenen eine architektonische Form zu geben, schuf der Architekt Martin Elsaesser einen hochexpressionistisch ausgestalteten Sakralraum. Elsaessers in Teilen gut erhaltene und spannungsreiche „Kriegergedächtnis“-Raumschöpfung erlaubt bis heute einen nahezu direkten Blick auf die künstlerische und politische Ambivalenz des Gefallenengedenkens der Weimarer Republik. Der Vortrag beleuchtet den Raum, seine Ausstattung und seine Funktion kunst- und architekturhistorisch, nicht zuletzt auch im politischen Kontext seiner Zeit.

Franziska Wilcken M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrgebiet Geschichte und Theorie der Architektur, Prof. Matthias Schirren, an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Ort: Barockhaus Neißstraße 30

Foto in der Anlage: Robert Scholz, Blick in die umgestaltete Nikolaikirche, 1926, Ratsarchiv Görlitz

 

18:00 Uhr

Pogromgedenken

Ökumenischer Vorbereitungskreis und Generalsuperintendentin Theresa Rinecker

Im Anschluss spricht Oberbürgermeister Siegfried Deinege ein Gedenk- und Grußwort.

Ort: Frauenkirche, An der Frauenkirche

 

Gegen 19:00 Uhr führt der traditionelle Kerzenweg von der Frauenkirche zur Synagoge, wo bei einer Schweigeminute mit dem Abstellen der Kerzen sowie Trauer-und Klagemusik von Michael Mönnig der Novemberpogrome vor 80 Jahren gedacht wird.

 

Samstag, 10. November

10:00 Uhr

Gedenkandacht

mit Bischof Markus Dröge, Generalsuperintendentin Theresa Rinecker, Pfr. i. E. Alexander Stokowski

Ort: Krypta der Peterskirche

 

11:00 Uhr

Gedenken und Gebet

mit Bischof Markus Dröge, Generalsuperintendentin Theresa Rinecker

Ort: Nikolaikirche, Große Wallstraße

 

14:00 Uhr

Führung zu den griechischen Gräbern und dem städtischen Ehrenmal zum Ersten Weltkrieg

mit Evelin Mühle, Leiterin Städtischer Friedhof

Treffpunkt: Straßenbahnhaltestelle Alexander-Bolze-Hof

 

15:00 Uhr

Kaffee-Pause

Ort: Nikolaikirche, Große Wallstraße

 

15:30 Uhr

Führung durch die Nikolaikirche

mit Franziska Wilcken, M.A.

Ort: Nikolaikirche, Große Wallstraße

 

19:00 Uhr

Görlitz und der Erste Weltkrieg

Vortrag von Historikerin Ines Haaser

Das Ende des Ersten Weltkrieges vor einhundert Jahren ist Grund genug, die Zeit zwischen 1914 und 1918 in unserer Stadt näher zu betrachten. Dabei sollen Artikel der liberalen Tagespresse „Neuer Görlitzer Anzeiger“ als Quelle dienen. Schlaglichtartig werden  die Kriegsjahre vom Auszug der Soldaten und Offiziere der Görlitzer Garnison Infanterieregiment Nr. 19 unter dem Jubel der Bevölkerung am 7. August 1914 bis zum Waffenstillstand im November 1918 betrachtet.

Görlitz wurde zur Lazarettstadt, nahm tausende Kriegsgefangene auf und beherbergte ab Herbst 1916 das königstreue IV. griechische Armeekorps. Die Görlitzer Industrie produzierte für die Rüstung und die einfache Bevölkerung gab ihr gespartes Geld für Kriegsanleihen, um dem Kaiserreich die Fortführung des Krieges zu ermöglichen. Schon seit 1915 verschlechterte sich die Versorgungslage der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Heizstoffen trotz vielfältiger Gegenmaßnahmen durch die Stadtverwaltung. Am Ende des Krieges hatten 2.500 Görlitzer ihre Leben verloren, Kinder ihre Väter, Frauen ihre Ehemänner und Söhne. Zahlreiche kehrten traumatisiert oder versehrt zurück. Die Wirtschaft lag am Boden und brauchte mehr als ein Jahrzehnt, um sich zu erholen.

Ort: Barockhaus Neißstraße 30

 

Sonntag, 11. November

10:00 Uhr

Gottesdienst

mit Superintendent Dr. Thomas Koppehl

Ort: Krypta der Peterskirche

 

14:00 Uhr

Finissage: Wiederentdeckt. Die Blechplastiken von Hans Wissel

mit Prof. Christian Wissel

Ort: Nikolaikirche, Große Wallstraße

 

Imprint Datenschutz Button - Nach oben scrollen Button - Nach oben scrollen Button - Nach oben scrollen