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Renovabis-Delegation besucht Görlitz

Renovabis-Delegation besucht Görlitz

vom 02.06.2017

Die Renovabis-Delegation wurde von Oberbürgermeister Siegfried Deinege im kleinen Ratssaal empfangen.

Das Thema Migration ist nicht nur in Deutschland aktuell: Eine Delegation der katholischen Solidaritätsaktion Renovabis hat sich dazu jetzt in Görlitz und Zgorzelec informiert - und für die Hilfe für Selbsthilfe unter anderen in der Ukraine und in Russland geworben.

 

(Görlitz, 02.06.2017) Oberbürgermeister Siegfried Deinege hat am Freitagnachmittag die Renovabis-Delegation der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken im Görlitzer Rathaus empfangen. Unter Leitung von Pfarrer Dr. Christian Hartl (Hauptgeschäftsführer von Renovabis) haben sich die kirchlichen Vertreter in Görlitz über den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit dem Themenfeld Migration informiert. Dazu zählen neben Gottesdiensten, Schulbesuchen und Diskussionsrunden auch der Austausch mit politischen Vertretern der Europastadt und Besuche von Vereinen beiderseits der Neiße.

Die Delegation ist auf Einladung von Bischof Wolfgang Ipolt über die Pfingsttage im deutsch-polnischen Raum unterwegs, um mit Bürgern, Organisationen und Verwaltungen vor Ort über Hilfsaktivitäten für Menschen in Not in den osteuropäischen Ländern zu sprechen. Die Renovabis-Solidaritätsaktion wurde 1993 gegründet und gilt als Anlaufpunkt für Menschen in Not, die interkulturelle Begegnung sowie die Hilfe bei Flüchtlings- und Migrationsfragen. Pfarrer Christian Hartl betonte in Görlitz, dass Renovabis mit einem Budget von rund 30 Millionen Euro aus Spendensammlungen in derzeit 29 Ländern vor allem Hilfe zur Selbsthilfe gebe. „Wir hoffen mit unserer Arbeit vor Ort ein Bewusstsein für Menschen in Not zu werben. So thematisieren wir die derzeit fast aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwundene Not der Menschen in der Ukraine.“ Er wolle in Görlitz deshalb auch Informationen sammeln zur Thematik Migration – mit Blick auf die polnischen Nachbarn. Oberbürgermeister Siegfried Deinege erläuterte bei dem Treffen, dass „in Görlitz derzeit rund 3.100 Polen leben, was in einer Grenzstadt fast schon Normalität ist“. Zudem betonte Deinege, dass es seit Jahren eine gute und intensive Partnerschaft mit Zgorzelec auf der zivilgesellschaftlichen, politischen und verwaltungstechnischen Ebene gebe. „Wir haben als Grenzstadt mit der Migration Erfahrung. Das verläuft nicht ohne Diskussionen auf deutscher und polnischer Seite, aber der Europastadtgedanke lebt bei uns.“

Beim Treffen im kleinen Sitzungssaal des Rathauses erläuterte Schwester Teodora Shulak, Oberin in der Ukraine (Lwiw), welche Schicksale von Flüchtlingen und Entwicklungen auf der wirtschaftlichen Ebene dort derzeit anzutreffen seien. So hat allein die Stadt Lwiw in der jüngeren Vergangenheit rund 30.000 Flüchtlinge aufgrund des Ukrainekonflikts aufgenommen. „Dort ein Zusammenleben zu organisieren und eine Perspektive zu entwickeln, sehe ich als unsere Aufgabe.“ Mit eine gänzlich anderen Situation ist der ebenfalls mitgereiste Pater Stephan Lipke konfrontiert. Er arbeitet als Lehrer und Schulseelsorger im sibirischen Tomsk. Dort findet seit geraumer Zeit eine starke Landflucht statt, weil insbesondere junge Menschen kaum eine Perspektive sehen und somit das gesellschaftliche Gefüge auch an einem wachsende Fachkräftemangel krankt. Mit der Pfingstaktion von Renovabis sollen neben der Begegnung und Diskussion deshalb auch Möglichkeiten der Hilfe zur Selbsthilfe analysiert und neue Kontakte aufgebaut werden.

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