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Kulturhistorisches Museum

Kulturhistorisches Museum

Das Kulturhistorische Museum Görlitz präsentiert sich in drei denkmalgeschützten Gebäuden – dem Kaisertrutz, dem Reichenbacher Turm und dem Barockhaus Neißstraße 30. Der Verwaltungssitz befindet sich im benachbarten Biblischen Haus, Neißstraße 29.     

 

Von der Steinzeit bis zum Biedermeier. Görlitz und die östliche Oberlausitz

Der Kaisertrutz ist eine von einst 32 Basteien der Görlitzer Stadtbefestigung, von denen heute nur noch vier existieren. Das früher mit Kanonen bestückte Gebäude wurde ab 1490 zum Schutz des Reichenbacher Tores und der Handelsstraße via regia errichtet. Seinen Namen erhielt das Rondell im Dreißigjährigen Krieg, als die Stadt von den Schweden besetzt war und den kaiserlichen Truppen „trotzte“. Seit 1932 gehört das Gebäude zum Görlitzer Museum.

In der neuen Ausstellung im Untergeschoss finden sich Spuren, die eiszeitliche Jäger vor 14.000 Jahren hinterlassen haben. Bedeutende Exponate aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit sowie dem Mittelalter beleuchten die Entwicklung der Region. Funde und Fundorte belegen deren wechselvolle Geschichte - von den ersten Bauern der Steinzeit, von bronze- und früheisenzeitlichen Lausitzer Kulturen, von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen, Polen und Böhmen um 1000 sowie von der Landnahme ab 1150 bis zur Gründung der Stadt Görlitz, der 1303 das Magdeburger Stadtrecht erteilt wurde.   Wertvolle Exponate im Erdgeschoss erzählen vom Aufstieg der Stadt zum blühenden Handels- und Gewerbezentrum. Görlitzer Wolltuche waren seit dem Mittelalter europaweit gefragt. Den Reichtum der Bürger veranschaulichen bedeutende Kunstschätze, wie z. B. mittelalterliche Altäre und Textilien. Im 16. Jahrhundert war Görlitz Wirkungsstätte bedeutender Humanisten, deren Schaffen in der Ausstellung ebenso wie der weltweit bekannteste Görlitzer Philosoph Jacob Böhme (1575–1624) gewürdigt wird.

2013 wird die Ausstellung bis zur Zeit der politischen Wende in der DDR 1989 erweitert. Folgen wird die Galerie der Moderne in der 3. Etage, die den kostbaren Bestand an Gemälden, Grafiken und Plastiken des 20. und 21. Jahrhunderts aufnehmen wird. Hochkarätige Wechselausstellungen ergänzen die Dauerausstellungen im Kaisertrutz. 

 

Reichenbacher Turm

Vom Frühjahr bis zum Herbst ist der Reichenbacher Turm jährlich zugänglich. Für die Mühen des Aufstiegs über 165 Stufen werden Besucher mit einem herrlichen Ausblick über die Stadt belohnt. Als Wehrturm erbaut, findet der Turm am Reichenbacher Tor erstmals 1376 urkundlich Erwähnung. In der Zeit von 1521 bis 1848 war er durch hohe Schildmauern mit dem gegenüberliegenden Bollwerk Kaisertrutz verbunden. Seit 1953 nutzt das Museum das Bauwerk, welches Geschichten von Türmern und ihren Familien, Schützengesellschaften und Verteidigungsanlagen zu erzählen weiß.   

 

Barockhaus Neißstraße 30 – Kunst und Wissenschaft um 1800

Inmitten der Altstadt befindet sich das von 1726 bis 1729 für den Zittauer Handelsherrn Johann Christian Ameiß erbaute Barockhaus Neißstraße 30, das als bedeutendstes Handels- und Wohnhaus der Barockzeit in Görlitz gilt. Das Gebäude wurde nach dem Beispiel des Leipziger "Durchhauses" errichtet.

 Das Haus bildete das geistige Zentrum der Oberlausitz, hier hatte die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften – gegründet 1779 – ihren Sitz. Seit 1951 gehört das Barockhaus Neißstraße 30 zum städtischen Museum.  

Mit Interieur-Inszenierungen, original erhaltenen, farbigen Stuckdecken und ausgewählten Exponaten geben die ehemaligen Wohnräume des Hausherrn im ersten Obergeschoss des Vorderhauses heute eindrucksvoll Zeugnis von der Vielfalt barocker Lebenswelten des 18. Jahrhunderts in Görlitz und der Oberlausitz. Die verschiedenen Sammlungskabinette zeigen bedeutende Gemälde und Skulpturen des 17. und 18. Jahrhunderts, Gold- und Silber­schmiedearbeiten, geschnittene Gläser, Por­zellan- und Fayencegefäße, Prunktextilien und Kunstwerke auf Papier.

Die Milich´sche Raritäten- und Wunderkammer enthält Wunderdinge der Natur, Altertümer und wissenschaftliche Geräte. In diesem Geschoss befindet sich auch die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften mit ihren berühmten historischen Räumen und herausragenden Buchbeständen.   

Das zweite Obergeschoss würdigt das Wirken der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Eine herausragende Kostbarkeit stellt das Physikalische Kabinett des Gelehrten Adolf Traugott von Gersdorf dar, zu dem unter anderem die 1792 gefertigte, große Scheibenelektrisiermaschine eines seinerzeit berühmten Amsterdamer Konstrukteurs sowie ein einzigartiges Konvolut an „elektrischen Gemälden“, den so genannten Lichtenbergschen Figuren, gehören. In weiteren historischen Sammlungsräumen, wie dem Altertümerkabinett, dem Literatur- und Musikalienkabinett und dem Graphischen Kabinett, werden erstmals die überregional bedeutenden Görlitzer Bestände zur Kunst- und Wissenschaftsgeschichte der Aufklärungszeit in größerem Umfang öffentlich präsentiert.  

   

 

Öffnungszeiten Kaisertrutz und Barockhaus Neißstraße 30:
Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr
Weitere Informationen zu den Ausstellungen, Veranstaltungsangeboten und Publikationen sowie Preisen erhalten Sie unter 
www.museum-goerlitz.de  

 

Kontakt:
Kulturhistorisches Museum Görlitz
Neißstraße 29
02826 Görlitz
Telefon: 03581 671355
museum@goerlitz.de

 

Dank Parkticket günstiger ins Museum

Wer an einem der Parkscheinautomaten im Görlitzer Stadtgebiet sein Ticket löst, kann ab sofort von einer Aktion des Kulturhistorischen Museums Görlitz Gebrauch machen: Bei Abgabe der Quittung zum Parkticket an den Museumskassen im Barockhaus Neißstraße 30 und im Kaisertrutz können Besucher 50 Cent Eintrittsentgelt sparen.
Der Sonderrabatt gilt einmalig und nur für Einzelkarten.

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